Kaisergebirge

Der folgende Text wurde entnommen dem Buch "Der Schlüssel zum Biorhythmus" von Jacyntha Crawley, Heinrich Hugendubel Verlag, München 1996

Die Entdeckung der Biorhythmen

Dr Fließ (rechts) und Dr. Freud;

Dr. Wilhelm Fließ (rechts), beobachtete als Erster die Biorhytmus-Zyklen.
Dr. Sigmund Freud (links), Begründer der Psycho-
analyse

Zwischen 1890 und 1905 notierte der prominente HNO-Spezialist Dr. Wilhelm Fließ (1859-1928) die medizinischen Daten seiner Patienten und analysierte sie.
Er konzentrierte sich hauptsächlich auf Kinder der Mittelschicht und deren Mütter. Anhand dieser Studie entdeckte er, daß es einen Körperzyklus gab, der Geburten, Todesfälle, Immunität gegen und Genesung von Krankheiten steuerte, und einen seelischen Zyklus, der die Reaktionen der Mütter auf diese Vorfälle beherrschte.
Fließ bearbeitete über 10000 Familien-stammbäume über drei Generationen, um die Existenz dieser beiden Biorhythmus-Zyklen nachzuprüfen.
Nachdem er sich von der Richtigkeit seiner Beobachtungen überzeugt hatte, veröffentlichte er zahlreiche Bücher, Beiträge und Broschüren zu diesem Thema.
Diese fanden in der Öffentlichkeit breiten Anklang, und ein paar Jahre lang war das Thema Biorhythmus-Zyklen im deutschsprachigen Raum, der als Vorreiter der Medizin galt, sehr beliebt.
Damals bestand auch lebhaftes Interesse an den Ursprüngen der Menschheit, an Anthropologie und Mystizismus, den Lieblingsthemen in Intellektuellenkreisen.

Fließ war ein enger Freund und Mitarbeiter von Sigmund Freud (1856-1939), dem Begründer der Psychoanalyse. Fließ berichtete ihm von seinen Entdeckungen, und Freud gratulierte ihm zu seinem »beachtlichen Durchbruch in der Biologie«.

Freud führte dann analytische Tests durch, die viele von Fließ' Theorien bestätigten.
Sie arbeiteten viele Jahre lang zusammen - bis es einmal heftigen Streit gab.
Ursache war wahrscheinlich die Annahme von Fließ, Freud habe mit einem Bekannten, Hermann Swoboda, über seine, Fließ' Theorien, gesprochen, der dann Fließ' Werk über Biorhythmen unter seinem eigenen Namen veröffentlichte.
Sie stritten auch über das Thema Bisexualität.

Freud bestätigte die Existenz des seelischen Biorhythmus-Zyklus mit Hilfe der Traumdeutung, und heutzutage setzt man Biorhythmen, besonders in Frankreich, ein, um die Effektivität konventioneller Behandlungsmethoden in diesem Bereich zu erhöhen.

Als Fließ mit seinen Forschungen begann, war auch die Theorie von der Bisexualität ein beliebtes Diskussionsthema.
Aus diesem Grund verknüpfte Fließ wahrscheinlich Sexualität und Biorhythmen, indem er den körperlichen Zyklus als männlichen, den seelischen Zyklus (den er immer »Sensibilitätszyklus« nannte, ein Name, der sich bis in die sechziger Jahre hielt) als weiblichen Zyklus bezeichnete.

Damals interessierten sich die Intellektuellenkreise für die ersten Ergebnisse der Psychoanalyse, und daraus entstand vermutlich das Interesse an den Biorhythmen.


Dr Swoboda

Dr. Hermann Swoboda

Hermann Swoboda sollte später Professor für Psychologie an der Universität Wien werden.
Dort hatte er mit eigenen Forschungen begonnen, und 1951 ehrte ihn die Stadt Wien mit einer besonderen Medaille für sein Lebenswerk, die Beschäftigung mit den Rhythmen des Lebens.

1945 mußte Hermann Swoboda mitansehen, wie die Originale seiner Forschungsunterlagen von russischen Truppen konfisziert wurden, die Wien Ende des Zweiten Weltkriegs besetzt hatten.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1963 war er immer noch im Glauben, seine Forschungsunterlagen seien unwiederbringlich verloren, aber heute sieht es anders aus.
Sie kamen nach Moskau, wo sie ungeöffnet bis 1959 lagen und dann in die ehemalige DDR geschickt wurden.

In den dreißiger Jahren erwachte das Interesse an Biorhythmen in den USA und Kanada erneut, und es wurde eine berühmte Studie in Auftrag gegeben, die unter dem Namen Hersey Railway Study bekannt wurde.

Geistiger Zyklus

Dr. Teltscher

Dr. Alfred Teltscher

In den zwanziger Jahren beobachtete Alfred Teltscher, Professor für Ingenieurwesen an der Universität Innsbruck, Österreich, den geistigen Zyklus und beschrieb ihn.
Teltscher hatte sich gefragt, warum die Leistungen bestimmter Menschen von Tag zu Tag so beträchtlich schwankten; sogar seine intelligentesten Studenten benahmen sich manchmal total daneben.
Er führte täglich Buch über ihre Leistungen und konnte anhand dieser Aufzeichnungen die Behauptung aufstellen, daß es beim Menschen einen geistigen Zyklus gab.
Die Existenz dieses Zyklus ist mittlerweile erwiesen, ebenso der Zusammenhang mit den Sekretionen der Schilddrüse und anderer Drüsen.
Im allgemeinen läßt er sich klinisch erst mit Beginn der Pubertät feststellen.